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Dialog Semiconductor: Einstiegschance oder drohen weitere Kursverluste?

Harter Tobak – Der Kursverlauf der Dialog Semiconductor Aktie (WKN: 927200 / ISIN: GB0059822006) diese Woche. Am Montag noch Notierungen von gut 47 Euro – am Dienstag dann ein Einbruch unter 33 Euro und aktuell nach gewisser Erholung gut 39 Euro. Als Grund für den Kurseinbruch werden am Markt Sorgen über einen Wegfall des zentralen Kunden Apple genannt. Was ist da dran?

Lassen Sie mich mit großer Sicherheit sagen: Ich weiß es nicht! Doch was sagt „Dialog Semi“ selber dazu? Am Dienstag teilte das Unternehmen sinngemäß mit, dass es keinen geschäftlichen Grund für die starke Kursbewegung kenne. Man halte weiterhin an der Prognose für das erste Quartal und das gesamte Jahr fest. Das Niveau der Sichtbarkeit („level of visibility“) in Bezug auf den Design-Zyklus der führenden Kunden (damit ist wohl auch und besonders Apple gemeint) bleibe „unchanged“ = unverändert.

Entsprechend erholte sich der Kurs der Aktie nach der „Beruhigungs-Nachricht“ des Managements denn auch umgehend. Das erinnert mich übrigens an das Motto, das Dialog Semi dem Jahresbericht 2016 gegeben hatte: „Always moving“ – immer in Bewegung. Ob das Management damit auch meinte, dass der Aktienkurs sich zwischendrin mal drastisch nach unten bewegt, glaube ich eher nicht.

Dialog-Semiconductor-Chart: finanztreff.de

Dialog Semis Kennzahlen sind auf den Punkt gebracht so: Im letzten Geschäftsjahr gab es um 12% sinkende Umsätze, aber eine recht hohe Gewinnmarge (Bruttomarge 45,7%). Der verwässerte Gewinn pro Aktie lag bei 3,25 Dollar, um diverse Faktoren bereinigt waren es 2,09 Dollar je Aktie. Vor dem Hintergrund finde ich die Aktie auch nach dem Kursrückgang nicht besonders interessant.

Bei Interesse: Unter diesem Link finden Sie den Geschäftsbericht 2016 von Dialog Semi

Vom Kurseinbruch der Aktie war übrigens ein Leser leider negativ betroffen. So schreib mir eben „Klartext“-Leser Mark S.:

„Ich lese überall, daß es bei Faktor-Zertifikaten kein Totalverlustrisiko gibt. Dennoch hatte ich heute morgen einen Totalverlust im Depot. Habe bisher nirgendwo einen Hinweis gefunden, warum dies so ist. Es handelt sich um das Faktor-Zertifikat MF1GWJ auf Dialog Semiconductor. (…) Das das einen erheblichen Verlust bringt, ist mir schon klar, aber wieso Totalverlust? Restwert 0,001?“

Meine Antwort:

Ich kann nur dringend raten, bei solchen Scheinen direkt beim Emittenten die Produktbeschreibung bzw. den Verkaufsprospekt anzuschauen. Ich weiß, sehr langweilige Lektüre. Aber es geht um Ihr Geld. In meiner Funktion als Briefkastenonkel habe ich für den Leser nachgeschaut.

So fand ich dort diese Anmerkung zu besagtem Schein:

„Wenn allerdings der Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, wird das Produkt automatisch beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.“

Quelle: Produktbeschreibung bei Morgan Stanley

Und genau das war hier offensichtlich der Fall und der Schein verfiel deshalb wertlos.

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Im Zweifelsfalle lass die Hände davon.“ – Augustinus von Hippo (354 – 430) sowie ich zu Scheinen mit nicht genau bekannter Funktionsweise

Michael VaupelEin Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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Bildquelle: Michael Vaupel / Pressefoto Dialog Semiconductor


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  1. Apple hat nicht nur Fans | Die Börsenblogger . AT

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